Wege
Wer ich bin gehört nur mir. Kompass und Reiseführer für deine Wurzelsuche
Stell dir vor, du schaust eines Tages in einen Spiegel und fragst dich, wer du wirklich bist. Woher kommen meine grünen Augen? Wessen Lächeln trage ich? Von wem habe ich meine Begabungen geerbt? Die Welt scheint auf den Kopf gestellt, weil alles, was du bislang in deiner Familien- und Lebensgeschichte für sicher hieltest, sich als ein Trugbild herausstellt.

Als „inkognito“ adoptierter Mensch kann ich deine Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehen. Sie haben auch mich viele Jahre beschäftigt und gelehrt: Das Wissen um unsere Herkunft ist kein Luxus – es ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis – und zugleich ein Menschenrecht.
Familie auf Bestellung?
Reproduktionsmedizin macht vieles möglich: Wunschkinder werden dank Samen- und Eizellvermittlung und durch die Beauftragung einer Leihmutter im Ausland Realität, Familienträume werden wahr. Die Sehnsucht und Freude der einen – der Eltern – ist der Schatten und das Fragezeichen im Leben der Anderen – der Kinder. Kinder, die mit einem Anfang vor dem Anfang aufwachsen.

„Wer bin ich“ – Viele Fragen und seltene bis späte Antworten
Während andere Jugendliche rebellieren und sich von ihren Eltern abgrenzen, kämpfen Menschen, die ihre Wurzeln nicht kennen, mit einer doppelten Herausforderung: Sie müssen nicht nur herausfinden, wer sie sein wollen, sondern auch, wer sie überhaupt sind. Und nicht nur Kinder und Jugendliche. Manche Menschen erfahren erst im höheren Erwachsenenalter von ihrer genetisch abweichenden Abstammung und wagen erst spät den Blick hinter den Spiegel.
Komplexe Familienverhältnisse
Manchmal gleicht die Suche nach den eigenen Wurzeln einem Puzzlespiel mit sechs verschiedenen Schachteln. Bei einer Leihmutterschaft können beispielsweise genetische Elternteile (Samen-/Eizellspender), biologisch-rechtliche Eltern (Leihmutter und deren Partner) und soziale Eltern (Adoptiveltern) involviert sein – ein Beziehungsgeflecht, das selbst Erwachsene herausfordert. Wie lässt sich das dem heranwachsenden Kind und Jugendlichen altersentsprechend vermitteln? Wie soll sich ein Mensch in solchen Lebensfragen zurechtfinden?
Kinderwunschmarkt zwischen „High End“ und „Schöner neuer Welt“?
Leihmutterschaft klingt nach einer einfachen Lösung, aber die Realität ist kompliziert:
- eine Frau trägt ein Kind aus, das in der Regel genetisch nicht ihres ist
- emotionale Bindungen entstehen und müssen gelöst werden
- medizinische Risiken bleiben oft unterbelichtet
- rechtliche Grauzonen schaffen Unsicherheit
Und mittendrin: ein Kind, das eines Tages Antworten suchen wird.
Babyklappen: Wenn gute Absichten nicht reichen
Seit 2000 gibt es sie in Deutschland: Babyklappen als letzte Zuflucht für verzweifelte Mütter. Die ernüchternde Bilanz: Sie haben nicht weniger Kindstötungen verhindert, aber mehr Kinder geschaffen, die ihre Herkunft nie kennen werden. Auch anonyme Geburt (bis 2014) und vertrauliche Geburt (ab 2014) sowie viele andere mögliche Konstellationen schwieriger Abstammungsklärung, lassen Menschen ratlos bis verzweifelt zurück. Dank modernster gentechnischer Analysen (z.B. DNA-Analysen von ANCESTRY oder MyHeritage, um nur zwei zu nennen) bestehen heute und mit Blick in die Zukunft immer mehr und bessere Möglichkeiten, der Familiengeschichte auf die Spur zu kommen!
Zwischen Recht und Realität: Ein juristischer Spagat
„Jeder Mensch hat das Recht zu wissen, woher er kommt“ – so steht es sinngemäß in der UN-Kinderrechtskonvention. Schöne Worte, aber die Wirklichkeit sieht anders aus. Noch immer müssen Betroffene vor Gericht kämpfen, um grundlegende Informationen über ihre Herkunft zu erhalten.
Die letzte Bundesregierung (Kabinett Scholz, 2021 – 2025) plante weitreichende Änderungen:
- mehr Geld für Kinderwunschbehandlungen
- Lockerung bestehender Verbote (Eizellspende, Leihmutterschaft)
- neue Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin
- Änderungen im Abstammungs- und Kindschaftsrecht zugunsten moderner Formen des Familienzusammenlebens
Klingt fortschrittlich? Vielleicht. Aber wer denkt an die Kinder von morgen?
Ein unterschätztes Risiko: Verwandtschaftsbeziehungen
Ein brisantes Thema, über das niemand spricht: Durch jahrzehntelange anonyme Samenspenden – weltweit – leben möglicherweise hunderttausendfach miteinander verwandte Menschen auf der Welt – ohne es zu wissen. Eine tickende Zeitbombe für zukünftige Beziehungen und Familiengründungen. Wer will schon (unwissentlich) seine Schwester, Tochter, Nichte oder Enkelin heiraten?
Gemeinsam Veränderung wagen
Meine Vision: Eine Gesellschaft, in der Herkunftssuche kein Buch mit sieben Siegeln sein muss sondern als ein starkes Menschenrecht gesichert wird und in die Umsetzung kommt.
Worum geht es dabei?
Offenheit von Anfang an:
- Klare Regeln statt Grauzonen
- Mindestens die halb-offene Adoption wird zur Regel.
- Inkognito-Adoptionen nur noch im Falle konkreter Kindeswohlgefährdung
- Altersgerechte und qualifizierte Aufklärung als Standard, nach dem 16. Lebensjahr auch unabhängig von der Zustimmung und Mitwirkung der rechtlich-sozialen Eltern
Starke rechtliche Basis:
- Verbindliche Dokumentation aller Herkunftsinformationen, z.B. im Geburtsregister und in einer erweiterten Form des Samenspenderregisters
- Durchsetzbare Rechte für Betroffene, Anpassung deutscher Gesetze
- Internationale Zusammenarbeit, Weiterentwicklung supranationaler Standards und Gesetze
Praktische Hilfen:
- Kompetente, unabhängige (insb. gemeinnützige) Anlaufstellen
- Bezahlbare Herkunftssuche und finanzielle Förderung
- Beratende und therapeutische Unterstützung
- Öffentliche Aufklärung
Zukunft braucht Herkunft
Bei der Klärung von „Wer bin ich“ und „Wo komme ich her“ geht es nicht um eine theoretische Debatte. Es geht um echte Menschen, echte Gefühle, echte Lebenswege. Als Betroffene weiß ich: Jeder Mensch hat eine Geschichte, die es wert ist, erzählt und gekannt zu werden. Jeder Mensch verdient es, seine Abstammung zu kennen und bei der Wurzelsuche unterstützt zu werden.
Moderne Familienformen sind eine Bereicherung für unsere Gesellschaft. Aber sie funktionieren nur so weit und so gut, wie wir ehrlich damit umgehen. Wenn wir den Mut haben, auch die schwierigen Fragen zu stellen und den Antworten nicht aus dem Weg zu gehen – sie auch auszuhalten und zukunftsfähig zu gestalten.
Gemeinsam geht es darum, dafür sorgen, dass die nächste Generation nicht mehr im Dunkeln tappen muss. Dass „Wer bin ich?“ und „Wo komme ich her?“ keine Fragen bleiben, die Angst machen und krank werden lassen. Denn nur wer seine Wurzeln kennt, kann wirklich wachsen und Energie in die wirklich wichtigen Themen und Aufgaben des Lebens stecken.

Erste Schritte auf deiner Reise
Du bist nicht allein! Viele Menschen haben diesen Weg bereits erfolgreich gemeistert. Selbst habe ich meine leiblichen Geschwister und eine Cousine gefunden, die mir neue und sehr heilsame Perspektiven auf meine Familiengeschichte vermittelt haben.
Deine Werkzeugkiste für die Wurzelsuche:
- Erste Orientierung
□ Gespräch mit deinen Eltern/Adoptiveltern suchen
□ Adoptionsunterlagen/Geburtsurkunde prüfen
□ Tagebuch für deine Gefühle und Erkenntnisse anlegen
□ Vertrauensperson als Begleitung finden - Professionelle Unterstützung
□ Beratungsstelle kontaktieren (siehe Kontaktliste unten)
□ Rechtliche Möglichkeiten klären
□ Therapeutische Begleitung in Erwägung ziehen
□ Selbsthilfegruppe finden - Praktische Recherche
□ DNA-Test erwägen
□ Archive kontaktieren
□ Online-Datenbanken nutzen
□ Soziale Medien gezielt einsetzen (z.B. Suche nach einer Selbsthilfegruppe und anderen Betroffenen)
Weiterführende INFORMATIONEN
Kosten im Überblick (ohne Gewähr):
Basis-Recherche:
• Akteneinsicht bei der Adoptionsfachstelle deiner Geburtsstadt: meist kostenfrei
• DNA-Test: 79-129 € (z.B. ANCESTRY oder MyHeritage)
• Online-Datenbanken: 39-79 € pro Jahr
Professionelle Unterstützung:
• Beratung: oft kostenlos für Erstgespräch
• Rechtsberatung: ab 190 € pro Stunde
• Genealogische Recherche: ab 300 €
Dein Weg zur Herkunftsklärung und Wurzelsuche – Ein Zeitstrahl
Vor der Suche:
• Eigene Gefühlslage klären
• Erwartungen reflektieren
• Unterstützungsnetzwerk aufbauen
• Rechtliche Situation prüfen
Während der Suche:
• Schritt für Schritt vorgehen
• Erfolge dokumentieren
• Pausen einlegen, wenn nötig
• Professionelle Begleitung nutzen
Nach gefundenen Informationen:
• Zeit zur Verarbeitung nehmen
• Kontakte behutsam aufbauen
• Grenzen respektieren
• Therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen
LESETIP für Neugierige (siehe Blogbeitrag), zum Beispiel: Ich spüre das, was ihr nicht sagt (Susanne Panter, 2024)
Checkliste für deine Reiseplanung
□ Persönlichen Ordner anlegen
□ Kopien aller wichtigen Dokumente
□ Korrespondenz mit Behörden
□ Suchanfragen und Antworten
□ DNA-Test Ergebnisse
□ Zeitliche Abfolge der Ereignisse
□ Kontaktdaten wichtiger Ansprechpartner
□ Fotos und andere persönliche Dokumente
Deine Reiseplanung, Schritt für Schritt
Kurzfristig (1-3 Monate):
□ Informationen sammeln
□ Beratungsstelle und/oder Genealogen kontaktieren
□ Unterstützernetzwerk aufbauen
Mittelfristig (3-12 Monate):
□ Konkrete Suchschritte einleiten
□ Rechtliche Möglichkeiten prüfen
□ Therapeutische Begleitung organisieren
Langfristig (>1 Jahr):
□ Gefundene Informationen verarbeiten
□ Neue Beziehungen gestalten
□ Eigene Erfahrungen weitergeben
Wenn nicht JETZT – wann dann?
Jede Suche nach den eigenen Wurzeln ist einzigartig – genau wie Du. Als selbst Betroffene weiß ich: Der Weg zur eigenen Geschichte kann herausfordernd sein, aber er lohnt sich. Er ist ein Geschenk an dich selbst und manchmal auch an andere.
Deine Geschichte gehört Dir. Du entscheidest:
• wann du bereit bist
• wie schnell du gehst
• wie weit du gehen möchtest
• wer dich dabei begleiten soll
Dein Recht auf Herkunftswissen ist ein Menschenrecht. Es zu verwirklichen, dafür setze ich mich ein – heute und in Zukunft. Jeder Schritt zählt, jede Geschichte ist wichtig, jede Stimme macht uns stärker.
Die Zeit zum Handeln ist jetzt. Für alle Kinder. Für alle Familien. Für eine Zukunft, in der Identität kein Schicksal, sondern ein Recht ist.
Werde auch Du Teil dieser Veränderung! Denn jede Geschichte verdient es, gehört zu werden!
Mach den ersten Schritt. Heute. Jetzt.
Lass uns gerne ins GESPRÄCH kommen (15 Minuten Kennenlerngespräch kostenlos) und nutze dafür den KONTAKT. Zur Vorbereitung sende ich dir anschließend einen kleinen Fragebogen, der dir und mir hilft, dein Anliegen auf den Punkt zu bringen und besser zu verstehen.
Kosten der Einzelberatung pro Stunde (à 60 Minuten, minutengenaue Abrechnung): 75,00 Euro zzgl. MwSt.
Paketpreis 3 Beratungsstunden: 190,00 Euro zzgl. MwSt.
Paketpreis 5 Beratungsstunden: 325,00 Euro zzgl. MwSt.
Gruppenveranstaltungen plane ich gemeinsam mit dir/euch ganz individuell, ab ca. 325,00 Euro zzgl. MwSt.
Wenn du mehr wissen und dich mit anderen Menschen vernetzten möchtest, folge mir auf Facebook (private Gruppe GEBURTSGEHEIMNIS), Instagram und LinkedIn.
Gemeinsam verändern wir die Zukunft – für alle, die ihre Wurzeln suchen.
„Einzig die Richtung hat einen Sinn. Es kommt darauf an, dass du auf etwas zugehst, nicht dass du ankommst.“ (Antoine de Saint-Exupéry, franz. Schriftsteller)

Entdecke den Schmetterling in Dir!